Easy Rig

Easy Rigs beim Filmen in Norwegen Langsam aber sicher wird mein Kamerarig immer schwerer – mit mittlerweile über 5 kg zu schwer, um es lange Zeit auf der Schulter zu tragen. Besonders die Arme leiden darunter, werden irgendwann zittrig und schlapp; und eine einhändige Nutzung (um mit der linken Hand den FollowFocus zu bedienen) ist praktisch unmöglich.
Daher wollte ich versuchen, mir ein „Easy-Rig“ zu bauen. Diese Konstruktion besteht aus eine Art Rucksack mit einem Arm, der über den Kopf reicht und dort einen Ausleger nach vorne hat. Die Kamera bzw. das Schulterrig wird nun an eine Schnur gehängt, die vorn aus dem Arm herauskommt. Durch eine Federung wird die Last des Rigs zum Großteil von dem Arm aufgenommen und über diesen in den „Rucksack“ geleitet, welcher wiederum hauptsächlich auf der Hüfte sitzt.
Easy Rigs beim Filmen in Norwegen Somit wird der Großteil des Gewichtes vom Kamerarig von der Schulter und den Händen auf die Hüfte verlagert, sodass ein Tragen auch über längere Zeiträume ermöglicht wird.

Das wollte ich mir also bauen. Eine komplizierte Federung und Dämpfung würde ich nie hinbekommen – aber geht das nicht auch mit einem Gummiband? Gesagt, getan: 2mm starke Gummischnur aus der Bucht geordert und probehalber das Rig daran gehängt. Viel zu schwer.
Eine 2mm starke Gummischnur hält die 5 kg also nicht aus, aber was ist mit mehreren? Und siehe da, es funktioniert! 4fache Gummischnur hält das Rig sicher fest, ist aber immer noch elastisch genug, kleinere Schwingungen u.ä. aufzunehmen. Super!

Hüftgurt mit Balkenkonstruktion
Nun muss eine Konstruktion für den Rücken her. Mein guter Rucksack ist dafür zu schade, aber wir haben noch einen alten Schulrucksack da, den kann ich nach Belieben bearbeiten. Nur leider ist er ein „wenig“ zu klein… Aber auch das lässt sich lösen: Ich trenne einfach kurzerhand die oberen Nähte der Schulterriemen auf, schon hängt der Rucksack tief genug. Einen alten Hüftgurt drangeschnallt – perfekt.
Bei einem Versuch stelle ich später fest, dass der Hüftgurt auch alleine ohne Rucksack funktioniert. Somit verkleinert sich der Platzbedarf enorm.

Balkenkonstruktion des Easy Rigs Balkenkonstruktion des Easy Rigs
Dann an die Armkonstruktion. Eigentlich wollte ich hier alles aus leichten und stabilen Aluminiumprofilen machen – die waren mir aber ein bisschen teuer. Also doch aus Holz, am besten aus leichtem Nadelholz.
Die Basis besteht aus einem relativ kurzen Balken, an dem zwei Latten quer angeschraubt sind. Die sind dafür da, den senkrechten Arm später in seiner Lage zu halten, damit er nicht zur Seite wegkippt.
Daran schraube ich ein längeres Stück Balken, welches nachher bis kurz über meinen Kopf reicht. Darauf ein kurzes Stück Balken im rechten Winkel, und als Winkelaussteifung ein weiters kurzes Balkenstück.
Hüftgurt mit Balkenkonstruktion

Auf dieses kurze Holzstück wiederum werden zwei Rod-Clamps hintereinandergeschraubt. Diese Klemmen sind eigentlich für Kamerarigs und nehmen 15mm Rundrohre auf.
Ein solches Rohr kommt nun auch in diese Klemmen, mit großzügigem Überstand nach vorne. Ganz vorne noch eine weitere Klemme mit einer Öse, wo das Gummiband eingeklinkt wird.

fertiges Easy Rigs fertiges Easy Rigs

Solchermaßen sieht die Konstruktion schon recht eindrucksvoll aus 🙂
Und sie funktioniert! Ein Mal das Rig eingeklinkt spüre ich kaum noch dessen Gewicht, es fühlt sich einfach nur an wie ein leichter Rucksack. Phantastisch! Einhändige Bedienung ist nun gar kein Problem mehr, und Ermüdung der Arme hoffentlich auch nicht. Selbst komplett freihändig wird das Rig von der Konstruktion gut gehalten, allein ich traue ihm das noch nicht so ganz zu. Immerhin sind Kamera und Zubehör schon recht wertvoll, da hab ich doch noch Angst vor eventuellen Schwachstellen.
Auch das lässt sich aber beheben; ein zusätzliches Safety (Sicherungsseil) vom Holzarm aus sorgt für die Sicherung der Kamera. Nun kann eigentlich nichts mehr passieren.

Onde Calme

Schon lange wollte ich dieses wunderschöne Klavierstük von Mathis Bärmann verfilmen – nun bin ich endlich dazu gekommen.
Genauer gesagt bin ich erst jetzt mit dem Schnitt fertig geworden, die Filmaufnahmen sind nämlich aus dem letzten Sommerurlaub in Norwegen.



Aufgenommen haben wir das Klavierstück zusammen mit einigen anderen, die bald als CD herauskommen. Vorbestellungen nehmen wir gerne per E-Mail entgegen 🙂

Fotos von der Entstehung der Filmaufnahmen findet ihr hier: Norwegen 2016
Fotos von der Musikaufnahme gibt es hier:

Werkzeugkoffer

Schon lange hege ich den Wunsch, all mein Werkzeug für unterwegs in einem ansehnlichen und handlichen Koffer unterzubringen. Die kleine Tasche, die ich bisher dafür benutzt habe, war schon lange viel zu überfüllt, sodass man immer erst alles herausnehmen musste, um an ein bestimmtes Werkzeug zu kommen – für ein effektives Arbeiten eher suboptimal.
Nun habe ich einen Satz isolierter Zangen bekommen, und das nahm ich als Anlass, endlich einen Werkzeugkoffer zu besorgen. Wie immer sollte er wenig kosten, aber schick und praktisch sein.
Zuerst dachte ich an einen E-Gitarren-Koffer, aber die sind zu teuer und auch noch sehr groß. Schließlich fand ich auf ebay ein Angebot für zwei alte Geigenkoffer und ersteigerte diese.
Endlich angekommen, mussten sie aber erst auslüften und dann gründlich gereinigt werden. Das Innere der Koffer ist mit Filz ausgekleidet, was mir erst Sorgen bereitete – schließlich müssen irgendwo die Halterungen für die Werkzeuge befestigt werden, und Filz ist zum Bekleben nicht wirklich gut geeignet. Für Heißkleber aber schon, wie ich dann herausfand, und so war die Strategie klar: Gummiband und Klettband werden je nach Bedarf auf den Filz im Koffer geklebt, sodass die einzelnen Werkzeuge gut zugänglich, aber trotzdem sicher befestigt sind. Durch Legen und Verschieben der Stücke konnte ich ein einigermaßen sinnvolles Layout herausfinden, was ich dann Stück für Stück auf die Halterungen übertrug und sozusagen „in Form klebte“.

Die einzelnen Arbeitsschritte habe ich nicht ausführlich dokumentiert, das ist auch kein Hexenwerk. Wichtig ist die Grundidee und das fertige Produkt, welches im Folgenden zu sehen ist:

Werkzeugkoffer geöffneter Werkzeugkoffer Kleinteile und kleine Zangen
Schraubenzieher Zangen kleine Zangen


Der Werkzeugkoffer ist nun schon seit einigen Wochen unterwegs, und ich kann sagen, dass er die Arbeit ziemlich erleichtert und nebenbei auch noch ab und zu erstaunte Blicke auf sich zieht. 🙂

Mikrofonkoffer

Mittlerweile besitze ich doch einige Mikrofone, und die irgendwo mit hinzunehmen wurde mit der Zeit immer anstrengender. Alle Mikros steckten nämlich in unterschiedlichen Hüllen, Packungen und Kistchen. Vor allem beim Auf- und Abbauen war dies ungemein störend, weil immer alles sortiert werden und jedes Mikrofon in die richtige Packung gesteckt werden musste. Aber auch der Platzbedarf der verschiedenen Behältnisse war suboptimal.

Darum entschloss ich mich dazu, etwas zu tun, was ich schon lange vorgehabt und doch bisher nie geschfft hatte: Einen Mikrofonkoffer bauen.

Zu diesem Zweck nahm ich einen alten Werkzeugkoffer, der schon Ewigkeiten leer stand, und säuberte ihn ersteinmal. Danach musste entschieden werden, wie die Mikros im Koffer Platz finden sollten.
Schnell entschied ich mich für eine Schaumstoff-Lösung, jedes Mikrofon sollte seinen eigenen passgenauen Platz in einer Schaumstoffeinlage finden.

Der Schaumstoff kommt aus einer alten Kindermatratze, die wir nicht mehr brauchen. Einfach ein passendes Rechteckstück mit einem Cuttermesser herausschneiden und solange mit Messer und Schere korrigieren, bis es passt.

Doch nun kommt der schwierige und eigentlich interessante Teil: Die Löher für die Mikrofone müssen aus dem Schaumstoff herausgeschnitten werden.
Dafür lege ich das erste gesangsmikrofon darauf und zeichne zuerst mit einem Stift die Umrisslinie auf den Schaum. Dann nehme ich einen Skalpell und schneide die Kontur aus der Oberfläche heraus. Dann die zweite Ebene, und so weiter. Je tiefer ich schneide, desto mehr lasse ich die Konturen nach innen wandern, um nach unten eine Abrundung zu erhalten.
Schlussendlich reiße ich vorsichtig Stück für Stück das Schaumstoff-Mikrofon heraus und habe nun eine exakt passende mehrere Zentimeter tiefe Mulde für das erste Mikro.

Genau so verfahr eich auch mit den restlichen Mikrofonen. Die kürzeren Kondensatormikrofone bekommen horizontale Plätze, der rest darf liegen.

Zum Schluss klebe ich noch mehr Schaumstoff an die Unterseite des Einlegers, der auf die Mikrofone draufkommt und diese somit in ihren Plätze hält.
Der Einleger hat oben mehrere Fächer, hier sortiere ich die Mikrofonhalterungen und ähnliches rein.

Fertig! Die Gesangs- und Richtmikrofone sind nun alle in einem gemeinsamen Koffer untergebracht, und es ist noch Platz für mehr!

Mikrofonkoffer

Lediglich die Studio-Großmembraner sowie mein Cajon-Mikrofon sind hier nicht mit drin. Erstere benötige ich live zu selten (und sie sind zu groß für den Koffer), und letzteres ist immer in der Cajontasche.